Montag, 6. Januar 2014

Niemals gut genug

,,..aber ganz oft wen du mich anzickst, oder wir streiten oder sonst was denke ich halt einfach... es ist das alles nicht wert. ich denke so oft, mache einfach schluss, suche dir ne neue, und alles ist gut... mit der wirst du nicht so oft streiten.... mit der wirst du einfach glücklicher.... ich meine.. ich bin mit dir auch glücklich. aber ich denke einfach zu oft nach, das es das alles nicht wert ist..."



Irgendwie wusste ich sowas. Ich wusste immer, dass ich nicht gut genug bin. Ich hab noch nie für irgendwas ausgereicht. Nicht für meine Träume. Und jetzt nicht für meinen Kerl.
Wie viel hab ich schon getan, versucht. Aber es reicht nicht. Nur weil ich eine gottverdammte Zicke bin. So bin ich eben. Das macht mich aus und wenn ich nicht dieses Miststück wäre, das sich wegen jeder Kleinigkeit aufregt, dann wäre ich nicht ich.
Alle Mühen der Welt wären nichts Wert, denn wie oft versuche ich schon alles zu machen und bei Gott ich versuche wirklich eine gute Freundin zu sein, aber ich kann es halt nicht, weil ich, so wie ich bin mir selbst im Weg stehe. Und wenn das nicht ausreicht, dann bin ich es eben nicht Wert. Ich bin meinen Grenzen nahe und kann eben nicht perfekt sein und ich kann auch nicht zu allem ja und amen sagen.
Ich hab mich auch mal gefragt ob es das nun Wert ist, all meine Tränen, meine Mühe, die ganzen Nächte die ich nicht schlafen konnte, all die Gedanken, die mich in den Wahnsinn treiben, den ganzen Stress den ich meinem kaputten Körper zumute. Aber ich habe immer gedacht das ist es. Ich hab gehofft und geglaubt.
An das Gute. Daran, dass es sich lohnt, ganz gleich wie sehr wir uns anzicken und wie ausschweifend es wird. Dass du das jetzt ganz anders siehst bricht mich. Mehr als du denkst. Mehr als du dir vorstellen kannst.
Du meintest es wird sich nichts ändern. Wiederholst meine einst gesagten Worte: Denken und Handeln sind zwei verschiedene Dinge.
Diesmal zählt das nicht. Nicht für mich. Alleine die Tatsache dass du so denkst, beeinflusst alles ungemein.
Ich weiß nicht was ich groß dazu sagen soll, schließlich weiß ich dass ich nichts wert bin.
Was bleibt mir schon noch anders übrig, als einen Fluss an Tränen wegzudrängen und durch stärksten Zwang einfach noch ein bisschen kühler zu werden, damit ich auch das nicht mehr spüre.

Weißt du... eigentlich hast du genau das richtige geschrieben. .. Zu einem kleinen kaputten Mädchen dass schon genug von Dämonen geplagt wird, die ihr sagen sie wäre nichts wert.  Und ihr eigenes verkokstes Leben zeigt das am Besten. Sie wird sich diese Worte kopieren. In ihren von Selbstzweifel und Hass zerfressenen Tumblr einfügen und sich das jeden Tag angucken um jeden Tag daran erinnert zu werden, was sie Wert ist: Nichts.

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Yin & Yang

Du und ich, wir sind wie Yin und Yang. Groß und klein, Kunst und logisches Denken, Ruhe und Sturm.
Wir ziehen uns an, sind das perfekte Team, egal bei was. Wir ergänzen uns, haben völlig unterschiedliche Stärken und Schwächen. Dann stoßen wir uns ab, streiten mit lauten Texten, getippt von nervösen Fingern. Sind am Kämpfen. Lesen Schwachsinn in Zeilen zwischen denen nichts steht und verletzen uns tief, ohne bewusst gegen an zu gehen. Wir sehen nur das was wir sehen wollen, jeder liest nur seinen eigenen Text, schreibt für den Anderen andere Worte. Keiner hat Schuld, weil keiner sie sehen will.
Und während ich schreie, kämpfe und weine, mein ganzer Körper zittert und ich die Wände meines Hauses zerschlagen will, emotional, impulsiv, aggressiv,  liegst du wahrscheinlich da, etwas traurig, ein wenig nachdenklich, drehst dich im Bett herum, tiefgründig, ruhig, und sicher auch ein Wenig gleichgültig.

Freitag, 6. Dezember 2013

Zerrissen

Ich bin zerrissen. In meinen Worten. In meinen Handlungen. Kann nicht mehr klar sehen. Verstehe mich selbst nicht mehr.
Es ist als würde ich von oben herab zuschauen, was passiert. Wie ich mich verändere, ganz unwillkürlich.
Das alles fällt mir so schwer. Es ist nahezu unmöglich mich hinzusetzen und irgendetwas zu schaffen, ohne zusammenzubrechen. Ich habe keine Ausdauer mehr. Keine Ziele. Richtlinien. Alles verschwimmt.
Ich werde arrogant und selbstverliebt. Stelle mich selbst über vieles. Gewissermaßen wird das bestimmt ganz gut sein. Nicht mehr auf alles andere Rücksicht zu nehmen, sondern nur auf mich. Ich werde kalt, bitter. Nur innerlich nicht äußerlich. Meine Laune wird sprunghaft. Unbeständig. Die wenigsten merken es.
Kleinigkeiten lassen mich verbittern und verletzen mich tief. Ich erwische mich selbst dabei, wie ich mich rächen will. Heimlich. Wie ein Kind.
Ich bin so oft am zweifeln ob das alles richtig ist, denn unsere Ansichten sind so verschieden. Ich weiß nicht ob wir zusammen passen. Vielleicht sind wir auch zu verschieden.

Mittwoch, 20. November 2013

Hass.

Du bist es nicht Wert, dass ich mich über dich aufrege, dass das Blut in meinen Adern kocht. Trotzdem tu ich es. Wegen ein paar verdammten Gegenständen. Sonst hätte ich dich schon lange instant auf meiner Blocklist. Du bist so jämmerlich und dumm, dass es wirklich unglaublich ist, dass ich mit so einem Stück Scheiße wie dir so lange zusammen war. Es reicht nicht, dass du mir nie etwas geschenkt hast, obwohl ich dir die Welt mit allem was du kleiner Lappen wolltest, zu Füßen gelegt hab, nein, du rückst den Scheiß ja nicht mal mehr raus!! Wenn man nach Anstand sucht, ist man bei dir so völlig falsch.
Du bist nichtmal den Dreck unter meinen Fingernägeln Wert und trotzdem könnte ich wenn ich nur sehe, dass du minderwertiges Stück mir geschrieben hast, sofort etwas mit voller Kraft gegen die Wand schlagen. Am besten dein Gesicht. Ich hab noch nie, wirklich NIE etwas so abgründig tief gehasst, wie dich. Es braucht schon etwas, bis ich einen Menschen wirklich tot sehen will. Sogar meiner früheren Erzrevalin hab ich nicht den Tod gewünscht. Dir schon. Und eines Tages, wenn du mir im Dunkeln begegnest, oder meinen Freunden, wird das böse enden glaub mir. Denn du, du bist wirklich nicht mehr zu beschreiben. Kein Wort auf der Welt wird dir jämmerliches kleinschwänziges Wesen noch gerecht. Du bist an Falschheit kaum zu übertreffen. Verlogen, dumm, klammerst dich an jede Vagina aus dem Hoffen nicht alleine zu sein, doch niemand will so etwas jämmerliches wie dich. Das Schlimmste ist eigentlich, dass du nicht mal merkst wie dumm du eigentlich bist. Du bist eines von den Kindern, die dieses Hauptschulniveau-Klischee unterstützen.


Montag, 4. November 2013

Ich fühle mich verloren. Irgendwo zwischen hier, dem was war und dem was sein wird. Lebe in den Tag hinein, ohne einen Ort an dem ich mich zu Hause fühlen kann. Nichts fesselt mich mehr und nichts gibt mir mehr halt. 
Es ist als würde ich das meiste gar nicht mehr so richtig fühlen, was passiert. Wie in einem Traum werden die Dinge undeutlich und verworren. Je stärker ich das merke, umso mehr wünsche ich mir einzuschlafen und irgendwann aufzuwachen, wenn die Welt wieder in Ordnung ist. Doch das Leben fragt mich nicht ob ich eine Pause brauche, denn es fragt niemanden. Es wird weiter gehen, immer. Und ich werde damit klar kommen. 
Alles in allem geht es mir auch ganz gut. Ich werde geliebt und versuche zu lieben und irgendwie funktioniert das trotz all meiner Altlasten ganz gut. Aber an der Tatsache, dass ich mir wie ein Zombie vorkomme ändert es nichts. 
Dabei will ich doch alles tun. Ich will lieben. So sehr dass es mir das Herz zerreißt. Ich will vertrauen und das in allem. Ich will wunderschöne Momente erleben. Mich streiten, weinen und wieder vertragen. 
Doch auch wenn ich all dies kann, fühle ich mich so furchbar verbraucht. Leer. Kaputt. 
Ich will ihn über alles lieben können. Weil er eine Chance verdient und weil ich sie ihm geben möchte. 
Doch im Moment, kann ich ihn nicht mehr als einfach nur lieben

Freitag, 1. November 2013

Wenn ich nicht weiß, was ich sagen soll, sag ich zu viel.

Ich fühle mich, als würde ich kopflos durchs Leben stolpern. Geschubst, von einem zum Nächsten, immer weiter. So werde ich immer träger, hoffnungsloser und kaputter. 
Jeder würde mir glauben, wenn ich sage, dass es schwer ist, nach allem, was das letzte Jahr passiert ist. Schwer etwas Neues zu beginnen, schwer Altes aufzugeben. Es war ein schönes Jahr, alles in allem, wenn es das letztendlich auch nur noch für mich ist. Es war dumm von mir, mich sicher zu fühlen. Und so, als hätte ich nie etwas zu verlieren gehabt. Letztendlich war es das, was mir das Genick gebrochen hat, dass weiß ich jetzt. Aber auch wenn ich diesen Fehler ganz sicher nicht noch einmal machen werde, so gibt es noch mehr als genug die ich sicher begehen werde und die mich brechen werden. Es ist so deprimierend.
Ich möchte den Kopf endlich heben und den wunderschönen Horizont meiner Möglichkeiten erblicken, doch meine Muskeln sind zu schwach und so sehe ich nichts weiter als den Dreck des Bodens unter mir.
Ich bin schwach, doch noch mehr sind es die Zweifel, die mich zerstören. Auch wenn es mir keiner Ansieht, ich habe riesige Angst davor Fehler zu machen.

Letzendlich stehe ich mir nur selbst im Weg. Nur dies mal etwas mehr als sonst. 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Selbsthass

Sag mir, wenn du in den Spiegel siehst, erträgst du deinen eigenen Anblick? Kannst du dich selbst in deiner absoluten Gegenwart ertragen, ohne wütend zu werden oder zu weinen? Nein das kannst du nicht. Du willst dich schlagen. Erschlagen. Du hältst dich für den absolut schlechtesten Menschen, den du kennst. Und du kennst Viele. Sieh dich doch an. Du weinst, aber wieso? Weil du, verdammte Idiotin, deinen eigenen Freund verjagt hast. Liebe hält nunmal nicht alles aus. Ihr wart ein süßes Paar. Er hat dir Blumen geschenkt, nicht nur einmal und du hast für ihn gebacken, ihm Kleinigkeiten geschenkt, für ihn gemalt. Aber dann fing es mit Facebook an, und du Idiotin musstest so super eifersüchtig werden und jedes mal sein Vertrauen brechen. Mit der Sache, wo dir dein bester Freund unter die Wäsche gegangen ist, hast du das auch noch unterstützt. Du alleine hast deine Beziehung in die Scheiße getrieben. Und diese ist so verdammt tief, die bekommste da so einfach nicht mehr raus. Trotzdem sitzt du jetzt hier und weinst. Du nervst deine Freunde und dass weißt du eigentlich auch. Du belastest sie. NOCH mehr Menschen, denen du das Leben schwer machst. Machst du gut, weiter so. Und anstatt jetzt deinen Blick wieder nach vorn zu richtigen, trauerst du all dem nach. Als würde es dich wundern. Du hattest nie damit gerechnet das es aus sein würde. Aber jetzt bist du hier alleine. Du kannst sie dir aussuchen. Es gibt genug Kerle, die was von dir wollen. Aber du, du bleibst stur, so wie du es immer bist und trauerst ihm nach.
Wach auf. Du bist keine Prinzessin und dein Traumprinz wird nie wieder vorbeikommen.

selbst Schuld,
deine Innere Stimme, die immer Recht hat, aber auf die du nie hörst

Sonntag, 20. Oktober 2013

unbeatable

 I see deep in your eyes
just the last time
than i relize
this was no suprise
i wanna hug you, wanna kiss you hard
but you hold no one promise

and i wanna hate you, wanna beat you hart
but i dont have the power
such a heavy heart
I feel so brooken and missunderstand
please do the last favour and held now my hand

unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
say me why should I fight, why should I win
I see all the effort is forgiven
unbeatable, unbeatable all the time I tought we were

I want you to hear me, every word
you listen to me, but it didn't touch
I feel so desprate, so lost inside
like you cut my heart with a sharp sword.

unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
say me why shuold I fight, why should I win
I see all the effort is forgiven
unbeatable, unbeatable all the time I tought we were

I beg you to remember all time
we were togheter bevor it was lost
and your love disappaered an she came
she will be gone and I will stand

unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
unbeatable, unbeatable all the time I tought we were
say me why shuold I fight, why should I win
I see all the effort is forgiven
unbeatable, unbeatable all the time i tought we were

 I see deep in your eyes
just the last time
than I relize
this was no suprise
I wanna hug you, wanna kiss you hard
but you hold no one promise

you say we will be togheter forever and longer
all our dreams will come true
maybe one day



Freitag, 18. Oktober 2013

Liebe stirbt

Das Paradies lag in Flammen. Feuer der Zerstörung schien sich ungehindert auszubreiten. Keiner von ihnen wollte dass es so kommt. Auch keiner wollte das Ende, das an ihnen beiden nagte und sie nicht schlafen lies. Am Ende des Tages, der ihr wie die Apokalypse höchst persönlich vorkam, lag sie noch lange wach im Bett. Einsamkeit legte sich wie eine Schlinge um ihren Hals. Mit jeder Träne die sie weinte wurde diese weiter zugezogen. Das war nicht das Ende. Das konnte es nicht sein. Nicht nach allem, was passiert ist. Wir haben doch so viel durchgestanden, so viel erlebt… zusammen. Das konnte es nicht gewesen sein. Zu dem Seil um ihren Hals gesellte sich ein klaffendes Loch in der Brust. Als wäre dort nichts mehr. Sie gab sich die Schuld. Sicher hatte sie das zu einem großen Teil auch. Sie war es, die sich wegen allem aufregte. Ihre Wut hatte sich wieder ins Unermessliche gesteigert und alles zerstört. Erst am Ende hatte sie bemerkt, wie groß die Trümmer ihrer Welt waren und vergebens versucht sie wieder zusammen zu fügen. Wie schon so oft. Sie würde damit nicht aufhören… Nicht bis zum Ende. Einen letzten Plan hatte sie noch. Und selbst wenn es sie umbringen würde, sie wollte es durchziehen. Die Woche verging und sie schaffte es ihn zu überreden, noch einmal zu ihr zu kommen. Wenn auch vielleicht das letzte Mal. Die Begrüßung war eisig, sein Blick kalt, ihrer Kraftlos, so als würde sie jeden Augenblick in sich zusammen brechen. „..brauchst deine Schuhe nicht ausziehen. Wir gehen raus.” flüsterte sie. „Was hast du vor?” Seine Stimme klang nicht sehr viel anders als sonst auch. Keine Kälte, Hass, Wut. Nur lieblos.. „Siehst du.” Das Schweigen der Beiden als sie die Straße entlang gingen, schien ans Mark zu gehen. Keiner traute sich den Anderen anzusprechen, oder anzuschauen. Es könnte zu viel kaputt gehen, wie die Barrieren, die beide aufgerichtet haben um ihre Herzen vor dem Zerbrechen zu retten. Es war nicht sehr weit bis zur Schule. Fünf Minuten, vielleicht zehn. Das Erste kleine Ziel auf ihrem Weg. Dort angekommen, standen sie vor der Mensa. Sie hielt kurz inne, und zeigte zum Baum. „Guck mal was da hängt” Er ging hin und riss ein Kärtchen vom Baum ab. Es sah aus, wie aus einem Kartenspiel, abgesehen davon, dass darauf groß„Start” stand. Sie brach das Schweigen, mit leiser Stimme, klirrend wie Glas und ebenso zerbrechlich mit Tränen in den Augen. „Hier hat alles angefangen. Hier haben wir uns zum ersten Mal getroffen. Als du aus dem Auto stiegst, weißt du noch? Wie oft haben wir über das geredet. Ich war fasziniert von dir, auf den ersten Blick. Aber ich rechnete nie damit dich zu bekommen, genauso wenig wie du. Ein Bisschen lustig oder?…” „Ja, etwas… Ich hab gedacht du bist unerreichbar.” Sie nickte und sagte: „Und jetzt stehen wir wieder hier. Machen den Anfang vielleicht zum Ende, wenn alles so weitergeht. Vielleicht ist deine Liebe weg und kommt nicht wieder. Auch wenn ich die Hoffnung darauf, dass du mich wieder erkennst und wir wieder zusammen sind, aufgegeben habe, wünsche ich es mir so sehr. Du vervollständigst mich. Bist mein Gegenstück, mein Herz und meine Liebe, auch wenn dies schon so oft missbraucht wurde. Und das alles wurdest du in diesem Moment, wo wir uns hier trafen. Für mich war es … gut nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. Aber du warst mir so sympathisch. Schwarze Haare, gutaussehend. Ich fühlte mich zu dir hingezogen” sie hielt kurz inne und nahm einen tiefen Atemzug. „… naja ..Lass uns weiter gehen…” „Es gibt noch mehr hiervon?” „Ja..” Auf dem Weg zum Bahnhof war die Stimmung nicht mehr ganz so schrecklich. Sie redeten ein Wenig über ihren Tag, wenn auch recht zurückhalten. Ohne viel Emotion. Er erkannte den Weg und rief: „Der Bahnhof?” „Ja..” Er war wieder Menschenleer so wie immer. Aber es hätte sie eh nicht gestört, auch wenn Menschen da gewesen wären, denn es war, als würden sie gar nicht so Recht da sein. Viel mehr irgendwo in ihren Erinnerungen wandern. „Guck mal unter der Bank.” Er bückte sich und griff unter die alte Holzbank. Zwischen dem Staub entdeckte er eine weitere Karte. Auf ihr waren zwei Pinguine abgebildet. Er musste lächeln und auch sie etwas. „Pinguine weißt du noch? Der letzte Winter war so verdammt kalt. Bei einem unserer ersten Treffen saßen wir hier und froren . Und ich sagte zu dir: ,Hey, lass es uns wie die Pinguine machen. Die kuscheln wenn ihnen kalt ist’” Beide mussten lächeln in der Erinnerung. Sie fuhr fort: „Es war damals noch alles so einfach. Alles so neu und aufregend.” „Ja. Ich hab hier zum ersten Mal versucht dich zu küssen. Aber du hast es mich ja nicht gelassen.” Sagte er schmunzelnd während er sich erinnerte. Die Stimmung wurde lockerer. Beide tauten auf und lachten. „Tja, ich wollte mir bei dir halt Zeit lassen, weil ich wusste dass es was großes ist… war” Als sie das ‘war, erwähnte viel sie wieder zurück und dachte daran, dass sie jetzt hier standen. Vielleicht das letzte mal. Und dass es vorbei ist.. oder sein könnte.Alles stand nun auf der Kippe, all ihre Träume und Wünsche. Und diese Kippe war so steil.. „Lass uns bitte weiter” flüsterte sie. Er nickte, auch wieder genauso Kalt wie am Anfang. Sie gingen den Weg bis zum nächsten Ziel. Dies lag hinter der Bugenhagenschule, auf dem Sportplatz. Es stand dort eine Band aus Eisensträhnen. Unter ihr war eine Karte mit einem Kuss und kleinen Herzchen. Er erinnerte sich, blieb aber still, denn er wollte sie sagen lassen, was sie wollte. „Hier hatten wir unseren ersten Kuss. Hier fing alles erst so richtig an diese Laufbahn zu nehmen… dass wir zusammenkommen und so viel schönes erleben. Dieser Kuss, er hat sich für mich echter angefühlt, als das Leben. Man spürte ihn stärker als jeden Schmerz und jede Verzweiflung der Welt, denn er war so absolut echt. Dieser Kuss versprach so viel.” „Ich war so glücklich, als du mich geküsst hast.” , flüsterte er. „Und ich erst. Ich hatte wieder Hoffnung. Und in diesem Moment verliebte ich mich erst richtig in dich…Wir sind an dem Abend noch zu dem Seilgerüst gegangen und haben dort oben gekuschelt und in den Himmel geschaut, weißt du noch? Ich glaube wir haben ganz viele Schlangen gesehen, oder sowas in der Art. Dir war so kalt, da machte ich meine Jacke auf und legte mich auf dich um dich zu wärmen. Wir redeten da auch zum ersten Mal über eine Beziehung. Ich sagte, dass ich mir zeit lassen will. Aber das stimmte so gar nicht. Ich wollte dich so sehr. Aber ich hab versucht so zu klingen, als müsstest du ein bisschen um mich kämpfen. Dieser Tag war einer der Schönsten in meinem Leben.” Sie lächelte. Er nicht. „Es wird noch viele erste Küsse geben.” , sagte er als Einwand. „Nein, nicht solche. Ich hatte schon ein paar, doch keiner hat sich so gut angefühlt wie dieser.” Sie gingen nur wenige Meter. Über die Straße bis hin zur Bushalte. „Hier haben wir immer zusammen auf deinen Bus gewartet. Dieser Winter war so bitterkalt. Trotzdem bin ich immer zu dir nach Sky gelaufen. Das war mir egal, schließlich warst du da um mein Herz zu wärmen. Und als du Schluss hattest, standen wir hier und haben gewartet. Und als du mir dann den letzten Kuss des Tages gabst, tat dieser Abschied immer etwas weh. Als ich zuhause war und mich dann zum aufwärmen vor den warmen Ofen setzte, dachte ich an dich und den Tag.” Sie deutete zu dem Mast an dem der Busfahrplan hing. Er gibt hin und riss das Band am, mit dem die Karte dort festgebunden war. Auf ihn war ein Bus, der wegfuhr und ein Mädchen das etwas geknickt zurück blieb, während er in dem Bus saß und fuhr. „Ich fand es schön, wie oft du mich im Sky besucht hattest.” „Ja.. mir war kein Weg zu weit und keine Kälte zu heftig, wenn ich dich sehen wollte. Auch jetzt wäre ich noch jeden Tag hoch in die Stadt gelaufen für dich, wenn du mich da hättest haben wollen.” Beide sahen zu Boden. Es lag eine riesige Schlucht zwischen dem was damals war und heute ist. Und dies zu realisieren, verletzte beide gleichermaßen. „Lass uns zum Ende gehen.” , sagte sie. Er nickte. Der Weg kam ihnen länger vor, als er war. Sie dachte daran, dass dies nicht nur das Ende von ihrem Vorhaben sein könnte, sondern wirklich, das Ende-Ende. Von allem. Tränen kullerten ihre Wangen herunter und vielen zusammen mit dem einsetzenden Regen zu Boden. Er war kein Ort, den beide in Erinnerung hatten. Obwohl sie einmal dort waren, weil sie ihm etwas zeigen wollte, war dieser für die Beziehung nicht wichtig. Er war der kleine Garten vor dem Bahnhof. Dort hatte sie und ihre beste Freundin sich verewigt. In der Baumgabellug lag die letzte der Karten. Er nahm sie und sah dass dort schwarz in dicken Buchstaben ,Ende` stand. Hinter dem Wort war ein nahezu unsichtbares Fragezeichen. So dünn, wie ihre Hoffnung. Sie nahm seine Hand und führte ihn um den Baum herum. An einer Stelle war ein Herz in den Baum geschnitzt. In ihm ein V und ein Plus. „Das ist es. Das Ende. Auch wenn ich mir wünsche, wie nichts anders, dass es das nicht ist, glaube ich, dass es das war und ich auch mit dem was ich sagen werde dich nicht überzeugen kann. ” Während sie sprach fasste er über die Baumrinde. Das war schon alt… keine zwei Wochen alt, wahrscheinlich eher mehrere Monate. Hatte sie sowas schon geplant? Wusste sie es? „Ich möchte dass du dich erinnerst, bevor du dich entscheidest. An alles. Ich möchte dass du über nahezu alles was wir gemacht haben, nachdenkst. Den Winter. Wie wir Silvester zusammen erlebt haben und ich bei dir übernachtet habe. Es hat geregnet wie Sau, aber es war trotzdem schön. Der Frühling. Du kamst jeden Donnerstag zur Ogs. Wir waren das Vorzeigepärchen. Du hast mir mit mit den Masken bei meiner Abschlussarbeit geholfen. Und bei meinem Mosaik. Ohne dich hätten wir es nie vollenden können. Ich kam zu dir und irgendwann fing auch deine Mutter an mich zu mögen. Von nun an übernachtete ich jeden Monat einmal bei dir. Wenn es ging, immer an unserem Monatstag. Der Sommer. Wir waren viel spazieren draußen… haben die Frösche in der Kieskuhle entdeckt und dort scheiße gebaut. Weißt du noch, wie ich zu den Blumen wollte, aber du nicht? Wenn ich so darüber nachdenke hätten wir dort ein wunderschönes Bild machen können. Aber wir haben ja auch schon so viele schöne, wie das am Steg. In den Ferien sind wir nach Bremen gefahren. Mit dir war Zugfahren gar nicht schlimm. Aber der Rückweg, der war stressig weil alles ausgefallen ist. Bremen war die schönste Woche meines Lebens. Wir haben zusammen gelebt. Morgens zusammen aufgewacht, abends zusammen eingeschlafen, nachdem wir noch lange Film geguckt haben. Ich hab noch ein Video davon wie du Sunny geärgert hast… ihm die Mütze aufgesetzt hast und den Kater auf die Tür gesetzt hast. Das war so lustig. Wir haben auch viel mit Li gemacht und ihrem Freund. Ab und zu saufen, oder Shoppen. Es war alles dabei in der Woche.” Sie fing an zu weinen. „ Tut mir Leid, aber diese Erinnerungen sind so schön. Es macht mich so kaputt zu wissen, dass das alles nicht wieder kommt. Es gibt noch so viel was ich dir sagen könnte.. dass er Blog „Ich liebe Eric” noch existiert, und ich mir so unendlich viel Mühe für dich gegeben habe. Ich habe alles für dich getan. Alles was du dir auch nur ein bisschen gewünscht hast, denn ich wollte dich glücklich machen. Wenn ich schon so ein scheiß Mensch bin, dann wollte ich dich damit glücklich machen. Und ich will dich immer glücklich machen, auch wenn du erst wieder in Jahren zu mir kommst, wenn du jetzt nein sagst” Sie kramte einen Cuter aus ihrer Tasche und fuhr die Klinge heraus. „Du entscheidest. Mach ein E hinein und es wird wieder alles gut. Oder lass es leer stehen und es ist alles vorbei.” Sie reichte ihn ihm. Sein Blick war leer. Er wollte ansetzten, doch er lies den Arm fallen. „Es tut mir leid. Es ist nichts mehr da. Nicht für dich.” „Und für eine Andere?”, fragte sie weinend. „Mehr.” Sie sank in sich zusammen und um nicht ganz zusammen zu brechen, stütze sie sich am Baum. „Es ist in Ordnung. Hauptsache du bist glücklich. Vielleicht wird es ja wieder was wenn ihr euch irgendwann trennt.” „Das glaube ich nicht.” Ihr Gesicht war schmerzverzerrt. Tränen kullerten den Baum herunter. In die Rinnen hinein, die sie geschnitzt hatte. Manche spülte auch der regen nieder. Er war stärker geworden, stürmischer. Als würde der Himmel mit ihr weinen. „Du hast gesagt du liebst mich. Du hast gesagt für immer. Wir wollten eine Wohnung, achwas, ein Haus, Kinder, du wolltest dich mit mir verloben, zum einjährigen und ich hätte ja gesagt, denn es gibt keinen Anderen den ich heiraten will.” „Es tut mir alles so leid. Ich wünschte ich hätte es nie gesagt.” Sie nahm den Cuter aus seiner Hand und krempelte ihren Ärmel hoch. Gerade als sie ansetzen wollte, hielt er ihn fest. „Bitte nicht.” „Wieso nicht? Es ist doch meine Sache. Mein Leben hat für mich ohne dich keinen Sinn mehr. Wozu dann leben, wenn man weiß das alles vorbei ist.” „Es wird schon wieder.” Sie wurde lauter: „Gar nichts wird hier! Ich bin nicht mehr wichtig, sie aber schon. Du wirst glücklich werden mit ihr. Und ich? Ich werde zurückbleiben. So wie immer. Jedes verdammte mal war es genauso.” Ihre Wut erlosch, ihre stimme wurde ruhiger, ihr schluchzen unter Tränen lauter. „Tut mir leid dass ich so laut war.”, flüsterte sie und umarmte ihn. Ist ok, sagte er und gab ihr einen Kuss auf die Stirn, denn beide wussten, das waren die letzten Momente. „Bekomm ich einen Kuss? Einen letzten?” , schluchzte sie. „Klar.” Als sich ihre Lippen zum letzten Mal berührten, brannte es für sie wie Feuer. Es war so schön und so traurig, dass sie innerlich starb. Als er nach einer Zeit vorbei war, spürte sie immer noch seine Lippen. Und auch noch viele weitere Tage später würde sie dies immer noch spüren. Auf dem Weg zu ihr, rief er seine Mutter an, die ihn abholen sollte. Sie standen an den Bahnschienen, die geschlossen waren, während er telefonierte. Das Rauschen des Zuges war nicht sehr weit. Es war wie ein Blitz, der durch ihren Kopf schoss und mit letzter Kraft kletterte sie unter den Absperrungen hindurch und stellte sich auf die Gleise. Es war, als würde die zeit kurz in Zeitlupe vergehen. Er warm das Handy zu Boden und rannte hin. Doch es war zu spät. Um Haaresbreite war er zu langsam und der Zug schleuderte sie etliche Meter weg. Sie blutete sehr stark an der linken Seite ihres Körpers und auch ihr Kopf war verletzt, doch sie war wach. „Vanessa NEIN! Was hast du nur gemacht. Man, wieso hast du das gemacht. Es tut mir so verdammt leid. Bitte lebe! Bitte bleib hier! Nicht die Augen zumachen, guck mich an!” Doch die Blutlache um ihren Körper wurde von Sekunde auf Sekunde größer. Während die Menschen, die auch gewartet hatten an der Bahnschiene, aufgeregt den Notarzt riefen, lief ihr eine letzte Träne über die Wange. Sie Flüsterte: „Ich hab dir gesagt, dass ich nicht ohne dich will. Ich liebe dich so sehr.” Er konnte hören, wie sie ihr Leben aushauchte. Eine Träne lief ihm die Wange herunter, als er sah, dass ihr Blick sich ins nichts richtete.

Freitag, 17. Mai 2013

Loneliness

Während ich durch dicke Wolken das Rot des Sonnenuntergangs sehe und gerade die Straßenlaternen anfangen zu flackern, laufe ich durch die Straßen.
Ich fühle mich leblos.
Es scheint mir, als würde die Kriminalität des Friedrichsbergs und der Eriktraßenviertel erwachen. Ich irre durch Mückenschwärme auf dem Weg nachhaus.
Es ist, als stände auf meiner Stirn "gebrochen" , oder etwas in der Art. Als würde ich das, was ich spüre einen Kilometer weit ausstrahlen.
Meine Schritte werden langsamer, schlurfend. Es passt zum Rhythmus der Pringels-Packung in meiner Tasche, die jedes Mal, wenn sie gegen meine Hüfte schlägt, raschelt.
Ich will eigentlich gar nicht nachhause.
Schon fast verzeifelt sehne ich mich nach einem Ausweg. Dass jemand kommt und mich in sein Auto zerrt, mich überfährt, oder mein Herz schlapp macht, wie es das vorhin schon fast getan hat. Es hätte mir damit ein einziges Mal in meinem Leben einen Gefallen tun.
Ich will den Pause-Knopf drücken. Spielstopp. Haltet die Welt an, ich will aussteigen.
Mittlerweile brauche ich mich nicht mehr zusammenreißen. Es fällt mir leicht. An dieses Gefühl, als hätte man mir das Herz aus dem Leib gerissen, habe ich mich schon lange gewöhnt. Fast so lange nicht gespürt, aber wo es jetzt da ist, begrüße ich es mit offenen Armen.
Ich weiß, dass ich zusammenbrechen werde, sobald ich zuhause bin. Und dass ich zuspät bin und ärger bekommen werde. Ein weiterer Grund nicht ankommen zu wollen.
Der Himmel am Ende meiner Straße leuchtet Rosa zwischen den Wolken. Für Nachbars Katzen beginnt die Ausgangszeit. Sie sitzen vor den Türen und überqueren die Straße. Ich höre weit entfernt gefauche, doch es wird übertönt von dem Zwitschern der Drosseln, das aber auch langsam leiser wird.
Ich will nicht... nachhaus... Ich hab es nicht eilig. Ich will nicht lesen, wie alles außeinander gebrochen ist. In den Moment wünsche ich mir, ich hätte das zweite Monster getrunken. Vielleicht hätte es mein Herz nicht mitgemacht. Vielleicht hätte ich einmal in meinem Leben Glück gehabt.
Ich fühle mich einsam und alleine... aber es ist gut. Es zeigt mir, dass ich noch lebe.
Es sind keine zehn Schritte mehr bis zu meinem Haus. In der Garage meiner Nachbarn hängt ein riesiges Lacken, auf dem "Welcome back" steht. Der Herzluftballon verliert Luft und hängt zu Boden. Grillgeruch steigt mir in die Nase.
Ich könnte heulen und eins aufhängen auf dem "Bye bye" steht